Kann Ingwer effektiv gegen Kopfschmerzen helfen?

Wer unter einer der vielen Formen von Kopfschmerzen leidet, der weiß, wie sehr die Beschwerden im Alltag einschränken können. Geht es über normale Kopfschmerzen hinaus, so sind Migräne-Attacken besonders schlimm und verfolgen viele Betroffenen über Jahre. Eine wirksame Migräne-Bremse könnte unsere Lieblingsheilpflanze, der Ingwer sein. Dank der starken Pflanzenstoffe wird ihm ein Effekt gegen Kopfschmerzen nachgesagt – ohne Nebenwirkungen.

Ursachen & Behandlung von Kopfschmerzen

Oft genug entstehen leichte Kopfschmerzen schon durch Verspannungen im Nacken, z.B. vom krummen Sitzen am Computer, bei Stress oder zu wenig Flüssigkeitszufuhr. Bei starken Kopfschmerzen sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, um den körperlichen Ursachen auf den Grund zu gehen und gefährliche Erkrankungen auszuschließen.

Zur Behandlung der Kopfschmerzen sollten zum einen die Auslöser beseitigt werden: Stress reduzieren, mehr Wasser trinken, an besserer Körperhaltung arbeiten, etc. Andererseits – nicht immer lässt sich eine Ursache ausmachen, und wenn die Kopfschmerzen einsetzen, dann steht akut die Schmerzreduktion im Vordergrund. Klassische Schmerzmittel wie Aspirin & Co bieten klinisch nachgewiesene Wirkung und tausendfach erprobte Anwendung, haben allerdings auf Dauer starke Nebenwirkungen. Die Medikamente sind nur für einen begrenzten Zeitraum erlaubt, weil sie Organe schädigen können. Viele befürchten auch eine Abhängigkeit von den Schmerzmitteln.

Ingwer als natürlicher Migräne-Stopper?

Ingwer als vielseitige Heilpflanze könnte hier eine natürliche Alternative darstellen. Was die ayurvedische Naturheilkunde schon lange weiß, entdeckt seit einigen Jahren auch die westliche Schulmedizin. So wies eine dänische Studie von 1990 darauf hin, dass Ingwer ohne Nebenwirkungen eine lindernde Wirkung gegen Migräne zeigt und sich auch vorsorglich einsetzen ließe1.

Mittlerweile gibt es mehrere klinische Studien, die die Wirksamkeit von Ingwer gegen Kopfschmerzen/Migräne untermauern. Sie untersuchen dafür leider nicht natürlichen Ingwer-Extrakt, sondern Medikamente, die unter anderem Ingwer als Wirkstoff enthalten. Die Erkenntnisse sind trotzdem überaus spannend für uns.

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Gleich am Anfang gegen Kopfschmerzen durchgreifen

Interessant sind die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe um den amerikanischen Migräne-Experten Dr. Roger K. Cady, der zwei Präparate mit Ingwer & Mutterkraut getestet hat. Für ihn stellte das größte Problem in der Migräne-Behandlung dar, dass die Meisten erst abwarten, bevor sie bei einer Migräne-Attacke zur verschriebenen Medizin greifen. So kann man zwar besser einschätzen, wie stark die Migräne wird, allerdings können die Medikamente in der späteren Phase nicht mehr schlagkräftig wirken.

In der Anfangsphase einer Migräne zeigte ein schwaches Ingwer-Mutterkraut-Präparat bei der Hälfte der Studienteilnehmer Erfolge2. Ein weiteres Drittel der Teilnehmer hatte nach zwei Stunden immerhin nur noch schwache Kopfschmerzen. Es wurden keine Nebenwirkungen beobachtet, allerdings kehrten bei 29% der Teilnehmer die Kopfschmerzen innerhalb eines Tages zurück.

Einige Jahre später wiederholte Dr. Cady die Studie in einem größeren Rahmen, einen Monat lang mit 60 Migräne-Patienten3. Auch hier wurde eine Ingwer-Mutterkraut-Lutschtablette getestet, die die Patienten in der Anfangsphase eines Migräneanfalls einnahmen. Das Ergebnis: Nach zwei Stunden hatte ein Drittel der Teilnehmer keinerlei Kopfschmerzen mehr und ein weiteres Drittel nur noch schwache Kopfschmerzen. Zum Vergleich: Mit einer Placebo-Lutschtablette ohne Wirkstoffe hatten immerhin 39% eine Verbesserung der Kopfschmerzen bemerkt. Damit wissen wir eigentlich nur, dass Ingwer (vermischt mit Mutterkraut) etwas mehr Wirkung zeigt als unsere eigenen Selbstheilungskräfte.

Ingwer-Pulver vs. Sumatriptan gegen Migräne

Kann Ingwer auch mit heutigen Migräne-Medikamenten mithalten? Eine Forschergruppe aus dem Iran sagt: Ja, kann es. In einer klinischen Studie mit 100 Migräne-Patienten verglichen sie Ingwerpulver mit Sumatriptan, das als Medikament speziell für Migräne verschrieben wird4. Zwei Stunden nach Beginn der Kopfschmerzen und nach Einnahme des Mittels, sank bei beiden Testgruppen die durchschnittliche Kopfschmerz-Stärke. Tatsächlich zeigte das Ingwerpulver eine vergleichbare Wirksamkeit, allerdings ohne die negativen Nebenwirkungen.

Fazit

Die Heilkraft der Ingwerknolle entfaltet auch bei Kopfschmerzen und Migräne seine Wirkung. Einige Studien deuten darauf hin, dass Ingwerextrakt in Pulverform vielen Betroffenen helfen kann. Besonders wenn man früh zum Ingwer greift, statt es abzuwarten und „durchzustehen“, kann man den Kopfschmerz stoppen. Natürlich ist Ingwer kein Wundermittel und wird nicht bei jedem anschlagen. Einen Versuch sollte es aber allemal wert sein, denn Ingwer ist als Gewürz und Lebensmittel für seine Verträglichkeit bekannt.

Nebenwirkungen von Ingwer sind kaum bekannt, was einen riesigen Vorteil gegenüber den üblichen Schmerzmitteln aus der Apotheke darstellt. Aufpassen sollten lediglich alle, die auf Blutverdünner wie z.B. Marcumar angewiesen sind, da Ingwer die Blutungsdauer beeinflussen könnte.

In welcher Form Du den Ingwer bei Kopfschmerzen zu Dir nimmst, kannst du selbst entscheiden. Für die oben genannten Studien wurde Ingwer-Pulver verwendet, was vor allem die Dosierung erleichtert und die meisten aktiven Pflanzenstoffe wie Gingerole & Shogaole beinhaltet. Das reine Ingwerpulver wirkte außerdem besser als gemischte Pflanzenpräparate mit Mutterkraut, weshalb Du auf ein reines und hochwertiges Ingwer-Extrakt achten solltest.

Da es bei Kopfschmerzen schnell gehen sollte, ist eine Ingwerform mit hoher Bioverfügbarkeit zu empfehlen, z. B. als Ingwerkapsel mit Bio-Ingwer.

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Quellen:

Mustafa, T., & Srivastava, K. C. (1990). Ginger (Zingiber officinale) in migraine headache. Journal of Ethnopharmacology, 29(3), 267–73.

Cady, R. K., Schreiber, C. P., Beach, M. E., & Hart, C. C. (2005). Gelstat Migraine (sublingually administered feverfew and ginger compound) for acute treatment of migraine when administered during the mild pain phase. Medical Science Monitor : International Medical Journal of Experimental and Clinical Research, 11(9), PI65-9.

Cady, R. K., Goldstein, J., Nett, R., Mitchell, R., Beach, M. E., & Browning, R. (2011). A Double-Blind Placebo-Controlled Pilot Study of Sublingual Feverfew and Ginger (LipiGesicTMM) in the Treatment of Migraine. Headache: The Journal of Head and Face Pain, 51(7), 1078–1086.

Maghbooli, M., Golipour, F., Moghimi Esfandabadi, A., & Yousefi, M. (2014). Comparison Between the Efficacy of Ginger and Sumatriptan in the Ablative Treatment of the Common Migraine. Phytotherapy Research, 28(3), 412–415.

Miller, L. G. (1998). Herbal medicinals: selected clinical considerations focusing on known or potential drug-herb interactions. Archives of Internal Medicine, 158(20), 2200–11.

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