Die Herkunft des Ingwers

Als Ingwer-Fan hast du dich sicherlich schon einmal gefragt, „wo kommt der Ingwer her?“ Du möchtest wissen, in welchen Ländern der Ingwer angebaut wird und wo er beheimatet ist. In diesem Artikel möchten wir dir einen Überblick über die Herkunft des Ingwers aus verschiedenen Perspektiven geben.

Die Herkunft des Wortes Ingwer

Die Bezeichnung für Ingwer ist auch oft Ingber, Imber, Immerwurzel oder einfach Ingwerwurzel. Im deutschen Arzneibuch lautet die korrekte pharmazeutische Bezeichnung „Zingiberis Rhizoma“. Der botanische Name lautet „Zingiber officinale Roscoe“. Der Ingwer gehört zu der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae), die ihrerseits den einkeimblättrigen Pflanzen angehören. Die Ingwergewächse kommen fast nur in den Tropen vor.

Wenn von Ingwer die Rede ist, spricht man oftmals von der „Ingwerwurzel“. Das knollenartige Gewürz sieht einer Wurzel sehr ähnlich, wobei es bei genauerer Betrachtung ein Rhizom ist, also ein unterirdisches Sprossachsensystem. Die genaue Herkunft des Namens aus botanischer Sicht erklären wir dir im Artikel über die Ingwerpflanze.

Wo der Ingwer wächst und angebaut wird

Wo kommt Ingwer denn nun her? Und wo wird er angebaut? Gibt es mehrere Herkunftsländer? Ingwer wächst, wie schon erwähnt, hauptsächlich und besonders gut in klimatisch feucht-warmen Wald- und Tropengebieten. Es ist also ein klassisches Tropengewächs. Die Herkunfts- und Anbauländer sind u.a. Australien, Brasilien, China, Costa Rica, die Fidschi Inseln, Indien, Indonesien, Jamaika, Japan, Nigeria, Sierra Leone, Südostasien, Taiwan und Zentralafrika. Wo der Ingwer seinen exakten (botanischen) Ursprung hat, lässt sich nicht eindeutig belegen. Ein Ursprung könnte die Insel Java oder weite Dschungelgebiete Mittel- und Südostasiens sein. Andere vermuten die Quelle in China, dem Reich der Mitte.

Da Ingwer in den letzten Jahren ein äußerst beliebtes Gewürz geworden ist, gibt es natürlich eine entsprechende Nachfrage. So wird in vielen tropischen und subtropischen Ländern Ingwer in fast schon industriellem Ausmaß hergestellt. Ingwer wird also fast ausschließlich auf großen Farmen angebaut, so wie wir das von den meisten Kulturgemüsen auch kennen. Um die quantitative Nachfrage zu erfüllen, ist Ingwer oftmals leider auch mit Pestiziden belastet. Wir empfehlen deshalb, den etwas teureren Bio-Ingwer zu kaufen (anstatt normalen „Supermarkt-Ingwer“).

Hier mal ein paar interessante Zahlen: Nigeria ist das Land mit der größten Anbaufläche. Indien ist jedoch mit ca. 350.000 Tonnen das Land mit der größten Produktion (ca. 50% der Welternte kommen aus Indien), wobei China mit ca. 250.000 Tonnen beim weltweiten Export an der Spitze steht.

Je nach Herkunftsland hat der Ingwer unterschiedliche Qualität und einen anderen Geschmack. So haben manche Sorten eine deutlichere Schärfe als andere. Auch das Aroma kann sich je nach Anbaugebiet sehr stark unterscheiden. Es existieren weltweit zahlreiche Ingwersorten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Jamaika-Ingwer gilt oft als der hochwertigste Ingwer und der chinesische ist besonders kräftig. Afrikanischer Ingwer, besonders der nigerianische, ist meist ziemlich scharf. Und wusstest du, dass sich Ingwer auch auf dem heimischen Balkon pflanzen bzw. selbst anbauen lässt? Unter guten Bedingungen ist dies tatsächlich möglich – In unseren Breiten allerdings mit starken Einschränkungen.

Die Ingwer-Herkunft aus geschichtlicher Sicht

Ein kurzer Blick auf die Geschichte des Ingwers lohnt sich, wenn du dich für die Herkunft des Ingwers interessierst.

In alten chinesischen Schriften ist bereits vor ein paar Jahrtausenden die Rede von Ingwer. Von hier könnte er sich dann zweitausend Jahre vor Christus über den Seeweg nach Südasien verbreitet haben. Konfuzius (551 – 479 v. Chr.) soll den Ingwer angeblich zu jeder Mahlzeit eingenommen haben. Auch im alten Indien wurde er als Gewürz- und Heilpflanze verwendet. Alexander der Große (356 – 323 vor Chr.) kam mit Ingwer auf seinen Feldzügen nach Ägypten und Asien in Berührung. So gelang er nach Griechenland und Europa.

Die Römer machten sich die Heilkräfte des Ingwers zunutze, ebenso wie Hildegard von Bingen sowie der berühmte Alchemist, Arzt und Mystiker Paracelsus. Spanier brachten den Ingwer später nach Jamaika, wo heute eine der beliebtesten Ingwersorten wächst. Bei den Germanen geriet der Ingwer ein wenig in Vergessenheit. Im späten Mittelalter erlebte der Ingwer eine Blütezeit; es wurde eifrig gehandelt und Ärzte verwendeten ihn. Durch andere Güter wie Tee oder Kaffee verlor er nach und nach an Bedeutung. Erst im 18. Jahrhundert wurde Ingwer in England wieder bekannter (u.a. durch die Verwendung in der Curry-Gewürzmischung).

Aus England kennen wir deshalb auch Ginger Ale (alkoholfreies Getränk mit Ingwergeschmack) oder Gin, eine farblose Spirituose, die Ingwer in sehr geringen Mengen enthält. Seit einigen Jahren ist der Ingwer immer beliebter, vor allem auch wegen der kulinarischen Vielfalt aber auch den gesundheitlichen Wirkungen und dem Aufwärtstrend der Alternativmedizin und einem entsprechend größerem Gesundheitsbewusstsein.

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