Ingwer Inhaltsstoffe

Warum gilt Ingwer eigentlich als so gesund? Das liegt an seinen zahlreichen Pflanzenstoffen. Frischer Ingwer bietet ein breites Spektrum verschiedenster Nährstoffe. Als Knolle bewegt er sich irgendwo zwischen Gemüse und Gewürz und gilt als besonders nährstoffreich. Neben ca. 85% Wasser setzt sich frischer Ingwer aus einer Vielzahl von Makronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen zusammen. Im Folgenden haben wir einige der wichtigsten davon aufgelistet, um einen genaueren Einblick in ihr gesundheitliches Potential zu geben.

Makronährstoffe und Nährwerte

Ingwer besteht als Wurzel größtenteils aus Wasser, sodass er auf 100 g lediglich 50 Kilokalorien, bzw. 211 Kilojoule an Energie liefert. Dieser Energiegehalt verteilt sich auf 1,2 g Protein, 1 g Fett und 9 g Kohlenhydrate. Hinzu kommen 1,1 g unverdaulicher Ballaststoffe. Angesichts der in der Regel eher geringen Mengen frischen Ingwers, die man über die Ernährung zu sich nimmt, schlägt er also in der Energiebilanz kaum zu Buche.

Vitamine

Frischer Ingwer zeichnet sich nicht unbedingt durch seinen hohen Vitamin-Gehalt aus, enthält jedoch zumindest einen gewissen Anteil. Während die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K nur in verschwindend geringen Mengen enthalten sind, trägt Ingwer durchaus zur täglichen Versorgung mit B-Vitaminen, ausgenommen Vitamin B12, und Vitamin C bei. Jedoch ist der Gehalt nicht hoch genug, um seinen täglichen Bedarf effektiv aus frischem Ingwer zu decken, was bedeutet, dass man zusätzlich aus anderen Quellen Vitamin C beziehen muss, um den täglichen Bedarf zu decken.

Die verschiedenen B-Vitamine haben vielfältige, sich zum Teil überschneidende Funktionen im Körper. Sie sind unter anderem wichtig für Energie- und Aminosäurenstoffwechsel, das Nervensystem und die DNA. Vitamin C fungiert als Antioxidans und ist beteiligt am Stoffwechsel von Kollagen, der Eisenaufnahme, sowie der Produktion verschiedener Hormone.

Mineralien

In Bezug auf den Mineraliengehalt bietet frischer Ingwer vor allem einen hohen Anteil an Kalium, sowie eine gewisse Menge Magnesium. Kalium ist zusammen mit Natrium insbesondere an der Regulation des Wasser- und Elektrolyt-Haushalts beteiligt, und dient außerdem der Signalweiterleitung in Zellen wie Nerven-, Muskel- und Herzmuskelzellen. Magnesium ist wichtig für die Funktion zahlreicher Enzyme und darüber für den gesamten Zellstoffwechsel. Außerdem hilft es verkrampfte Muskulatur zu entspannen.

Spurenelemente

Als Spurenelemente bezeichnet man jene Ionen, welche nur im Mikrogramm-Bereich zugeführt werden. Dabei liefert Ingwer relevante Mengen an Kupfer und Mangan, und einen geringen Anteil an Zink und Eisen. Kupfer spielt eine Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen sowie für das zentrale Nervensystem und den Pigmentstoffwechsel. Mangan ist beteiligt am Knochenstoffwechsel, der Neubildung von Glukose und der Synthese des Belohnungshormons Dopamin. Eisen ist essentiell für die Bildung des Blutfarbstoffs Hämoglobin und Zink spielt eine Rolle im Rahmen von Zellteilung, Wachstum, Immunabwehr und Hormonproduktion.

Scharfstoffe

Frischer und getrockneter Ingwer weisen einen charakteristischen, scharfen Geschmack auf. Dieser wird durch eine ganze Reihe von Scharfstoffen verursacht, die zum Großteil das gesundheitliche Potential des Ingwers ausmachen.

Gingerole: Gingerole sind die dominanten Scharfstoffe im Ingwer. Chemisch gesehen sind sie verwandt mit den Scharfstoffen Capsaicin und Piperin, die Chilischoten und schwarzem Pfeffer ihre Schärfe verleihen. In diversen Studien haben sich Gingerole als entzündungshemmend, antibakteriell und krebshemmend erwiesen.

Shogaole: Shogaole entstehen im Rahmen der Trocknung von Ingwer aus Gingerolen. Sie sind bedeutend schärfer als Gingerole und weisen ein erweitertes gesundheitliches Potential auf. So gelten sie zusätzlich zu der Wirkung auf Entzündungen und Krebs als sogenannte Neuro-Enhancer, sprich sie verbessern Denkvermögen und Gedächtnisleistung.

Zingeron: Zingeron entsteht ebenfalls aus Gingerolen, jedoch nicht beim Trocknen, sondern bei Kochen. Es hat einen eher süßlichen als scharfen Geschmack, wird jedoch trotzdem den Scharfstoffen zugerechnet. In Studien zeigte der Stoff ein Potential als Antidiarrhoikum gegen durch Escherichia coli (Kolibakterien) ausgelöste Durchfälle. Außerdem stimuliert es die Freisetzung von sogenannten Kathecholaminen und hemmt durch Übergewicht ausgelöste Entzündungen.

Weitere: Zingiberon, Zingiberol, Paradol

Ätherische Öle

Bei ätherischen Ölen handelt es sich um flüchtige Gemische verschiedener fettlöslicher Substanzen. In der Regel enthalten sie sekundäre Pflanzenstoffe, die Insekten anlocken, oder Schädlinge fernhalten. In Ingwer sind verschiedene ätherische Öle enthalten, von denen einige ein nachgewiesenes gesundheitliches Potential aufweisen.

Borneol: Borneol weist interessante pharmakologische Eigenschaften auf. So scheint es in der Lage zu sein, die Bioverfügbarkeit anderer Substanzen zu verbessern. Zugleich fördert Borneol die Aufnahme anderer Stoffe ins Gehirn, über die sogenannte Blut-Hirn-Schranke.

Cineol: Cineol wirkt in der Lunge und den Nebenhöhlen schleimlösend und antibakteriell. Außerdem hemmt es Botenstoffe, die für die Engstellung der Bronchien verantwortlich sind, und soll dadurch bei Asthma Linderung verschaffen1.

Weitere: Phellandren, Farnesen

Flavonoide

Flavonoide umfassen eine Vielzahl von sekundären Pflanzenstoffen, die unter anderem zahlreichen Blüten ihre Farbe verleihen. Auch wenn Ingwer nicht zu den reichhaltigsten Quellen von Flavonoiden gehört, so enthält er doch zumindest eine gewisse Menge von Kaempherol. Diesem Flavonoid werden eine antioxidative sowie krebs- und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt2.

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Quellen:

Sebei, K., Sakouhi, F., Herchi, W., Khouja, M. L., & Boukhchina, S. (2015). Chemical composition and antibacterial activities of seven Eucalyptus species essential oils leaves. Biological Research, 48.

Chen, A. Y., & Chen, Y. C. (2013). A review of the dietary flavonoid, kaempferol on human health and cancer chemoprevention. Food Chemistry.

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